Papa ist der Beste!

Papa ist der Beste!

Ich habe von Ende März bis Anfang Mai etwa sechs Wochen im Homeoffice zu Hause in Großhansdorf gearbeitet anstatt im Büro in der City-Süd (Hammerbrook) in Hamburg.

»Diese Stunde habe ich genutzt, um mit meiner Tochter Hannah jeden
Mittag eine kleine Radtour in Großhansdorf und Umgebung zu machen.«

Dabei habe ich mit meiner Frau und meinem Chef abgemacht, dass ich statt einer halben Stunde eine Stunde länger Mittagspause mache, sodass sich meine Frau in dieser Stunde etwas ausruhen konnte. Diese Stunde habe ich genutzt, um mit meiner Tochter Hannah jeden Mittag eine kleine Radtour in Großhansdorf und Umgebung zu machen. Da das Wetter im April sehr gut war, haben Hannah und ich diese Stunde gerne in der Natur verbracht, ob am See, im Wald oder beim Fernsehturm. Das hat mir wirklich Spaß gemacht und meiner Tochter hat es auch gut gefallen, sodass dies ein positiver Nebeneffekt für uns in der Corona-Krisenzeit war.

Peter Hölscher, Großhansdorf

Muttergefühle

Muttergefühle

Die Zeit hat mich voll und ganz zu meinen beiden Kindern finden lassen. Es ist wundervoll, das sagen zu dürfen. Ich bin Rechtsanwältin, Unternehmerin, verheiratet und Mutter zweier Kinder (10 und 8). Ich war durch meinen Beruf und meine sonstigen beruflichen Tätigkeiten sehr eingebunden und bin eher vor meinem familiären Aufgaben davongelaufen und wollte vor allem und am liebsten nur arbeiten … Ich war eher immer etwas genervt von meinen Aufgaben als Mutter – und das war nicht gut so.

»Jetzt nach drei Monaten die ganze Zeit zu Hause kann ich
folgendes Fazit ziehen: Ich habe durch diese Zeit ganz und gar
zu meinen Kindern gefunden.«

Seit Anfang März, nachdem die Schulen in Schleswig-Holstein geschlossen worden waren, meine Mutter aufgrund der gesundheitlichen Gefahr und der damit verbundenen Kontaktsperre auch nicht zu uns kommen konnte, um mir die Kinder zumindest vormittags abzunehmen, war ich gezwungen mit den Kindern den ganzen lieben langen Tag zu Hause zu bleiben. Ich konnte weder ins Büro noch – zugegeben – einigermaßen ordentlich im Homeoffice arbeiten. Ich musste alles berufliche bis aufs Miminmum runterfahren. Und jetzt war Homeschooling angesagt und das ganze andere Programm, was zur Kinderbetreuung dazugehört.

Aber: Es war großartig. Jetzt nach drei Monaten die ganze Zeit zu Hause kann ich folgendes Fazit ziehen: Ich habe durch diese Zeit ganz und gar zu meinen Kindern gefunden. Wir hatten eine wunderbare Zeit zusammen, haben uns sehr gut verstanden, ohne Stress (ich hatte ja kaum zu arbeiten), mit viel Spaß und viel, viel Lachen. Mein 10-jähriger Sohn fiel und fällt mir ständig um den Hals und auch meine Tochter hat die Zeit zu Hause sehr genossen. Und ich erst! Morgen geht die Schule wieder los. Ich werde es kaum erwarten können, sie wieder zu Hause zu empfangen.

Anja Stein, Altenholz

Sing Halleluja!

Sing Halleluja!

Das aktive Gemeindeleben, die Gottesdienste und vor allem den Gesang in der Kirche habe ich sehr vermisst. Umso mehr habe ich mich über die Initiative unserer Gemeindereferentin zu einem eventuellen Singen gefreut. Über unseren Kirchenchor in St. Maria Harburg kennen wir uns bereits über viele Jahre und uns fehlte in der aktuellen Krise der Gesang im Gottesdienst sehr.

»Diese Initiative von unserer Gemeindereferentin lebt jetzt nachhaltig
weiter, erfreut die Gemeinde und ergänzt so die Liturgie.«

Als Chorsprecher habe ich ihr meine Unterstützung zugesagt und unter Einhaltung aller vorgegebenen Schutzmaßnahmen haben wir uns mit unserem Chorleiter und 2 weiteren Sängerinnen getroffen. Das gemeinsame Singen löste eine große Motivation aus, die mehrstimmigen Liedstücke bereits am darauffolgenden Sonntag im Gottesdienst zu singen. Die überraschten Gottesdienstbesucher erlebten den Gesang als wirkliche Bereicherung. Diese Initiative von unserer Gemeindereferentin lebt jetzt nachhaltig weiter, erfreut die Gemeinde und ergänzt so die Liturgie. Für mich ist diese Erfahrung sehr hilfreich und lehrreich, zeigt sie doch, dass wir auch in schwierigen Zeiten mit Initiativen andere Mitmenschen anregen und unterstützen können und so das Gemeindeleben wieder fördern. Durch die Musik und den Gesang loben und preisen wir unseren Schöpfer.

Erhard Maaßen, Hamburg

Dankbar sein, helfen zu können

Dankbar sein, helfen zu können

Stellt man die richtigen Fragen? Gibt es überhaupt richtige Fragen? „Wann werden wieder Gottesdienste mit der ganzen Gemeinde gefeiert?“ – das ist wahrscheinlich eine Frage, die sich viele Gläubige stellen. Die letzten Wochen waren für jeden von großer Umgewöhnung gezeichnet. Als Zeitzeugen politischer Repression in unserem Heimatland Polen kennen wir uns mit Einschränkungen im Leben aus. Es kam aber nie soweit, dass man selbst vor einer Kirche vor verschlossenen Türen stand. So sind wir glücklich und dankbar, dass mittlerweile wieder Gottesdienste mit der Gemeinde möglich sind und wir immer häufiger zusammenkommen. In den letzten Monaten haben wir uns wahrscheinlich mehr Fragen gestellt als je zuvor.

Sicher ist allen „Google” ein Begriff. Angefangen als Internet-Suchmaschine ist Google mittlerweile mit derart vielen Funktionen und Daten bestückt, dass man sich das gar nicht vorstellen mag. Eine der Funktionen ist die Auswertung, wo, wann und wonach gesucht wird. So kann beispielsweise für einen bestimmten Teil der Welt nachvollzogen werden, wie oft nach dem Begriff „Corona“ gesucht worden ist und in welchem Zeitraum dies am häufigsten geschehen ist. Stellen Sie sich nun vor, es gäbe eine ähnliche Apparatur für die in Gedanken gestellten Fragen jedes Menschen. Wie sähe die Auswertung für die letzten Wochen und Monate aus? Wie sähe das Ergebnis für Europa, wie für Südamerika oder Afrika aus?

Gewiss gäbe es einige Gemeinsamkeiten zum Beispiel in den Fragen, wann man denn seine Familie wieder treffen kann oder was man aus dieser Zeit für sein weiteres Leben mit nimmt? In einigen Ländern würden aber auch solche Fragen auftauchen wie: „Wann kann ich wieder ins Fitnessstudio?“, „Wann kann ich wieder meine Freundet reffen?“, „Warum muss ich solange auf mein Paket warten?“. In anderen Ländern würde man Fragen dieser Art in den Gedanken der Menschen nicht finden. Vielmehr tauchten Fragen zu Problemen auf, die man vorher auch bereits hatte, diese aber nun noch gravierender sind. „Bekommen wir noch etwas zu Essen?”, „Reicht das Trinkwasser aus?”.

»Besonders wichtig, nicht nur in diesen Tagen, sondern jederzeit ist
die Fähigkeit, in der eigenen Sicht auf die Welt mehr Empathie
zu zulassen, seine Bedürfnisse, zumal es einem gut geht, öfter
zu hinterfragen und versuchen, Hoffnung zu verbreiten,
wo sie nicht gegeben ist.«

Fragen solcher Art würde die Apparatur für den größten Teil Europas wohl wenig bis gar nicht erfassen. Und ohne die harten Schicksale schmälern zu wollen, von denen es in den letzten Wochen auch in Europa zweifellos viele gegeben hat, können wir uns glücklich schätzen, dass wir die Pandemie in einem Teil der Welt erleben, in dem es von allem Lebenswichtigen zu Genüge gibt und man sich eben nicht die Fragen stellt, ob durch die zahlreichen Einschränkungen bedrohliche Einschnitte im Leben zu befürchten sind. Wenn man weiß, dass die Nichten, Neffen und Enkel in einem guten und liebevollen Umfeld Zuhause sind, die Oma und Mutter mit Vorbelastung durch Krankheit in Obhut der Familie ist oder nur fünf Fahrradminuten entfernt wohnt, sollte man neben den vielen Fragen, die man sich für seine Situation stellt, vor allem auch dankbar zeigen. Dankbarkeit dafür, dass man selbst helfen und andere Menschen unterstützen kann.

Das müssen keine groß angelegten Aktionen und Spendensammlungen sein, sondern einfach nur ein Klopfen an der Tür des Nachbarn oder ein Anruf bei der Mutter, um nachzufragen, ob irgendetwas benötigt wird. Viele unserer Einschnitte in die Gewohnheit konnte man anderweitig gestalten. Die Gottesdienste an Ostern wurden online verfolgt. Mit der Familie hat man sich über Videoanrufe vernetzt. All das hat uns Hoffnung gegeben. Hoffnung, die viele Menschen nicht haben konnten oder gar durften.

Um den zu Beginn gestellten Fragen keiner Antwort schuldig zu bleiben, kann durchaus behauptet werden, dass jeder Mensch für sich selbst evaluieren muss, ob er die richtigen Fragen stellt. Das kann im Nachgang passieren oder auch bereits während die Frage gestellt wird. Besonders wichtig, nicht nur in diesen Tagen, sondern jederzeit ist die Fähigkeit, in der eigenen Sicht auf die Welt mehr Empathie zu zulassen, seine Bedürfnisse, zumal es einem gut geht, öfter zu hinterfragen und versuchen, Hoffnung zu verbreiten, wo sie nicht gegeben ist. Und so sollte dieses kleine Virus, wenn es uns Gott sei Dank nicht körperlich heimgesucht hat, um seine Wirkung zu entfachen, auch etwas hinterlassen, das uns an genau diese Dinge erinnert.

Familie Banasiak, Familie Onyedilli, Maria Karmanska, Hamburg